Gewinnen ist nicht alles. Und es muss auch nicht immer alles glatt laufen. Für Valentin Wünsche und seine Mannschaftskollegen der neuen Basketball-Abteilung des Baiersdorfer Sportvereins steht vor allem der Spaß am Sport im Vordergrund, wenn sie ein Spielfeld betreten. Eine junge Mannschaft mit viel Geduld und noch mehr Selbstironie. Und einem scharfen Sponsor. Das Logo von Schamel Meerrettich-Feinkost prangt seit Herbst auf den Basketballtrikots.

Trainieren, um zu siegen: die "Baiersdorfer Brickstoners", gesponsert von Schamel Meerrettich-Feinkost.

Trainieren, um zu siegen: die „Baiersdorfer Brickstoners“, gesponsert von Schamel Meerrettich-Feinkost.

 

Die "Brickstoners" in Aktion. Lange dürfte der erste Sieg nicht auf sich warten lassen.

Die „Brickstoners“ in Aktion. Lange dürfte der erste Sieg nicht auf sich warten lassen.

Es war nicht immer Basketball. Angefangen hat Valentin Wünsche, wie so viele Jungs in Neunkirchen, mit Fußball. 13 Jahre lang. Doch das ändert sich irgendwann. Das Körbewerfen wird zum festen Bestandteil seines Freizeitprogramms. Und er steckt seine Freunde mit der neuen Leidenschaft an. Heute tritt er gemeinsam mit ihnen in der Kreisliga Nord, Mittelfranken, an und trifft auf Gegner die schon mal doppelt so alt sind wie die im Schnitt 18-Jährigen.

Eigentlich klar, dass das erste Spiel in die Hose geht. Baiersdorf verliert zum Auftakt 23:102. „Wir sind trotzdem entspannt und wollen einfach besser werden, uns als Mannschaft finden und haben einfach Spaß am Besserwerden.“ Seit Valentins Kumpel Daniel den Posten des Trainers übernommen hat, steht dem auch nichts mehr im Wege. Auch wenn Daniel erst 17 Jahre jung ist. „Bei uns läuft eben alles ein bisschen anders“, lacht Valentin Wünsche. Doch Daniel macht seine Sache gut. Was er sagt, ist Gesetz. Mit Unterstützung des BSV will er im nächsten Jahr auch ganz offiziell seinen Trainerschein machen.

Dabei hilft die positive Grundstimmung in der Mannschaft. Gute Freunde kann wohl wirklich nichts trennen, schon gar keine Niederlage. Das Sponsoring empfinden alle als Glücksfall, bestritten sie ihr erstes Spiel doch tatsächlich in Fußball-Trikots. Auch das nehmen die selbst ernannten „Baiersdorfer Brickstoners“ mit Humor.

Übersetzt heißt das so viel wie die „Schlecht-ans-Brett-Werfer“. Bloßer Klamauk ist der Sport für die Abiturienten jedoch nicht. Wer zwischen den Zeilen liest, entdeckt hinter all der Ironie durchaus die Freude am Sport und den Willen, besser zu werden. „Wir wollen gewinnen, wir wissen nur noch nicht so richtig, wie“, sagt Valentin Wünsche, der selbst ein großer Fan der Cleveland Cavaliers ist. Und dann sagt er noch: „Es ist einfach ein wunderbarer Sport, sehr vielseitig und schnell. Einfach spektakulär.“ Die Erfolgswelle surfen kann jeder. Dranbleiben nicht.

Bock auf Basketball? Die „Baiersdorfer Brickstoners“ trainieren immer dienstags zwischen 18.30 Uhr und 20.00 Uhr und donnerstags zwischen 20.00 bis 22.00 Uhr in der Sporthalle der Mittelschule Baiersdorf.