3 Fragen an Matthias Schamel und Andreas Schöppl.

Mit welchem Gefühl übernimmt man ein Familienunternehmen?
Matthias Schamel: Es gab nie diesen einen Moment der Übergabe. Der Übergang war lange geplant, ich konnte mich also sukzessive auf das vorbereiten, was nun Realität geworden ist. Ich betrachte es vor allem als große Chance, ein Familienunternehmen zu führen, das seit über 170 Jahren besteht, heute mehr denn je auf dem Markt etabliert ist und sich zu einer sehr starken Marke entwickelt hat. Wir werden sicher keine Revolution anzetteln, sondern arbeiten im Sinne der Familie und des Urgedankens der Marke Schamel weiter. Unsere Strategie ist dabei langfristig und generationenübergreifend orientiert. Kurzfristiges Gewinnmaximierungsdenken ist nicht unser Ding.

Andreas Schöppl, Sie sind der erste Geschäftsführer in der Unternehmensgeschichte, der nicht Schamel heißt, wie geht es Ihnen damit?
Andreas Schöppl: Wir haben die Entscheidung gemeinsam mit der Vorgängergeneration getroffen. Wir alle stehen dazu und betrachten sie als die sinnvollste Lösung. Für diesen Moment. Natürlich kann es sein, dass in der nächsten Generation wieder zweimal Schamel an der Spitze des Unternehmens steht. Für mich ist es natürlich eine große Ehre und gleichzeitig eine große Herausforderung, der erste Geschäftsführer im Unternehmen zu sein, der nicht den Namen Schamel trägt. Doch wir haben eine ähnliche Denkweise, einen gemeinsamen strategischen Auftrag und gemeinsame Ideen. Ein Name ist nebensächlich, wenn man auf der gleichen Spur ist.

Welche Herausforderungen birgt aus Ihrer Sicht dieser Generationenwechsel?
Matthias Schamel: Es ist ganz wichtig, dass man bei einem solchen Prozess alle Beteiligten an die Hand nimmt. Besonders den Mitarbeitern muss man aufzeigen, dass und vor allem wie es weitergeht – auch, dass sich vielleicht manches verändern wird. Dafür muss man Vertrauen und Verständnis schaffen, neue Wege erörtern und dazu motivieren, diese gemeinsam zu gehen. Natürlich trifft man hier und da auf gelernte Widerstände – „das haben wir aber doch schon immer so gemacht!“ Diese versuchen wir zu entkräften, indem wir die Potenziale neuer Wege aufzeigen.

Andreas Schöppl: Viele haben die Art und Weise, wie der Generationenwechsel vollzogen wurde, gelobt. Vor allem die Entscheidung der beiden Senior-Chefs, den Übergang zu einem Zeitpunkt einzuleiten, der vom Alter her sehr passend ist. Wir gehen jetzt natürlich mit großen Zielen in die Zukunft. Wer einer erfolgreichen Generation nachfolgt, hat nicht nur die Aufgabe, die Dinge gleichbleibend fortzuführen. Vielleicht ist es uns auch vergönnt, ein bisschen was noch besser machen zu dürfen.