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Krenanbau in Bayern

Aufwändige Sonderkultur

Eine alte Bauernweisheit sagt: „Ein Acker mit Kren will seinen Herrn jeden Tag seh‘n!“ Denn der Krenanbau als Sonderkultur ist bis zur jährlichen Ernte im Spätherbst auch heute noch sehr pflegeaufwändig und erfordert viele Arbeitsschritte von Hand.

Da Meerrettich eigentlich aus Südosteuropa stammt und in unseren Breitengraden keinen Samen ansetzt, kann man ihn nur mit Hilfe von Setzlingen vermehren, welche im Frühjahr in die vorbereiteten Ackerbeete gelegt werden.

Damit man schöne glatte Stangenwurzeln ernten kann, muss jede einzelne Stange während des Wachstums im Sommer zum Entfernen von Kopf- und Nebentrieben zweimal aus- und wieder eingegraben werden. Bei circa 25.000 Stangen pro Hektar ist das eine sehr mühsame Tätigkeit.

Da Meerrettich die ganze Nährkraft aus dem Boden holt, soll er nur alle drei Jahre auf dem gleichen Feld angebaut werden. Deshalb müssen die Bauern bei der Ernte im November kräftig von Hand ziehen, damit keine Wurzelstücke im Boden zurückbleiben, denn sonst würde der Kren immer wieder durchtreiben.

Alles Handarbeit

Nach der Ernte beginnt für die Krenbauern die Heimarbeit. Die Stangen werden einzeln geputzt und nach Qualitäten sortiert. Die Triebe am Stangenende, die sogenannten „Fechser“, werden in Sand eingemietet und bilden die neuen Setzlinge für das kommende Jahr.

Pro Jahr und Hektar braucht der Meerrettich circa 1.000 Arbeitsstunden. Dem Aufwand entsprechend sind die „magischen Wurzeln“ im wahrsten Sinne des Wortes handverlesen – jede einzelne Stange könnte somit zu Recht das Siegel tragen: Garantiert Handarbeit!

Krenanbau von A –Z

© Fotodokumentation von Martin Barth (1985)